Über unsere Geschichte

Die Firma Jean Bergeon KG, Stempel- und Farbenfabrik wurde 1878 in Gelnhausen, einer Kreisstadt in Hessen-Nassau, gegründet. Dabei konnte der Gründer Jean Bergeon bereits auf eine langjährige Tätigkeit in der Gummiwarenfabrikation zurückblicken. Während sein Bruder Karl Eduard Bergeon als Direktor in der Berlin-Frankfurter Gummiwarenfabrik AG verblieb, machte sich Jean Bergeon im Herbst des Jahres 1878 selbstständig, um die begonnene Gummistempelherstellung auszubauen. Mit der Entwicklung des „Dekorationsstempels“ konnte J. Bergeon der Porzellan- und Glasindustrie ein wertvolles Hilfsmittel zur Herstellung von Gold- und Farb-Dekorationen zur Verfügung stellen, wodurch das aufwendige Verfahren des Dekorierens von Porzellan und Glasgegenständen wesentlich erleichtert wurde. Im Laufe der Jahre wurde der Dekorationsstempel in einer Vielzahl von verschiedenen Modellen und Mustern in den einschlägigen Industrien verwendet. In dieser Zeit wurde der Namen Bergeon weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt, und es gab wohl keine Porzellan- oder Glasfabrik auf der Welt, welche die Bergeon´schen Dekorationsstempel damals nicht benutzt oder zumindest gekannt hat.

In einer im Hause befindlichen Gravieranstalt entstanden die „Modelle des Dekors“ nach eigenen oder vom Besteller gelieferten Entwürfen. Die riesige, in über 100 Jahren entstandene Modellsammlung der Firma Bergeon ist geradezu ein Museum der Porzellan- und Glasdekoration, das die ständig wechselnden Moden widerspiegelt. Wohlgeordnet und registriert wurden die verschiedenen Modelle an Dekorationsmustern in umfangreichen Katalogen den Kunden zur Kenntnis gebracht. Neben diesen speziellen Stempeln wurden aber auch immer mehr Büro- und Industriestempel gefertigt. Auch der „anatomische Stempel“ zum Knochenbau und zu den inneren Organen des Menschen stammt ursprünglich aus der Firma Bergeon. Diese speziellen Stempel fanden Verwendung in der Medizintechnik und bei Ärzten. So haben anatomische Stempel insbesondere im 1. Weltkrieg den Ärzten ihre Arbeit erleichtert, um ihre gestellten Diagnosen schnell zu veranschaulichen. Stürmische Zeiten, gekennzeichnet durch Krieg, Inflation und wirtschaftliche Tiefpunkte, ließen auch die Firma Bergeon nicht unberührt. Kurz nach dem Tode des Gründers J. Bergeon fiel im 1. Weltkrieg der einzige Schwiegersohn, Georg Prenzel. Die Witwe Bergeon und ihre Tochter waren nun auf sich allein gestellt. Nach schwierigen Jahren und dem Kriegsende kam es dann zur einer positiven Wende , als die Tochter des Gründers ein zweites Mal heiratete, und ihr Mann, der Ingenieur Ludwig Volk, den Betrieb übernahm. Er setzte neue Impulse und führte damit die positive Firmenentwicklung weiter fort.

Nach dem Tod von Ludwig Volk wurde die Firma von seinem Sohn Werner Volk, dem Enkel des Gründers, weitergeführt, der den Betrieb Zug um Zug weiter ausbaute und große bauliche Erweiterungen des Produktionsgebäudes veranlasste. Durch Werner Volk wurde auch eine spezielle Stempelmaschine entwickelt und erfolgreich ins In- und Ausland verkauft. Die in den 50er Jahren einsetzende Zeit des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg und die damit verbundene starke Industrienachfrage nutzte Werner Volk, um neben der Fabrikation von Stempeln einen ganz neuen Produktionszweig aufzubauen. Die Firma Bergeon befasste sich von nun an zunehmend mit der Herstellung von Schildern jeglicher Art und sie hat sich auch auf diesem Sektor innerhalb der letzten 70 Jahre einen guten Namen gemacht.

Da die Nachfrage nach Dekorationsstempeln aufgrund neuer Drucktechniken zurückging, musste sich der Betrieb umstellen und neue Märkte erschließen. Mit 26 Jahren trat im Jahre 1974 der Urenkel des Gründers und heutige Geschäftsführer Jürgen Volk in der vierten Generation in den Familienbetrieb ein, nachdem er eine kaufmännische Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert hatte. Jürgen Volk hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Betrieb auf die neuen Computertechniken umzustellen. Wo in früheren Zeiten mehrere Graveure an Pantographenmaschinen gravierten oder mehrere Schriftsetzer im Bleisatz Buchstaben für Buchstaben setzten, werden diese Arbeiten heute nur noch von wenigen Mitarbeitern an computergesteuerten Satz- und Graviermaschinen erledigt. Nur so war es beispielsweise möglich, das enorme Auftragsvolumen zur Zeit der Umstellung auf die neuen Postleitzahlen im Jahre 1993 zu bewältigen. In neuerer Zeit beschäftigte man sich auch zunehmend mit der Beschriftungstechnik, dem Sieb- und Digitaldruck. Eine separate Prägestelle zur Herstellung von Kfz-Nummernschildern wurde nach dem Tode von Werner Volk im Jahre 1996 in Altenhasslau, in unmittelbarer Nähe der Zulassungsstelle übernommen. Die Büro- und Betriebsräume sowie das Ladengeschäft wurden komplett umgebaut und in einen zeitgemäßen, modernen Zustand versetzt.

Das Haus Bergeon war bis zum heutigen Tage nie nachahmend, sondern stets kreativ, und so stellt sich der Betrieb heute nach über 140 Jahren als ein modernes konkurrenzfähiges Unternehmen mit einem erfahrenen Mitarbeiterstab dar, dessen oberste Ziele Qualität und kompetente Beratung sind.